Ich war ein Crowdhörnchen

Crowdhörnchen bei Mein Grundeinkommen

Ich War ein Crowdhörnchen

Update: 11.02.2019

Heute habe ich meine Mitgliedschaft und damit die Unterstützung für die Initiative „Mein Grundeinkommen“ aufgekündigt. Warum?

Anfangs war ich, wie viele andere auch total begeistert von der Idee es zu ermöglichen, jedem ein gewisses monatliches Einkommen zu ermöglichen. Allerdings kann ich persönlich mit der Art und Weise der Verteilung der monatlich gesammelten Grundeinkommen nicht mehr daccord gehen.

Warum erhalten Kinder ein Grundeinkommen? Weil deren Eltern sie auf dieser Plattform registriert haben. Aha.

Warum bekommen jene ein Grundkommen, welche so absolut keine Lust daran haben arbeiten zu gehen, Menschen die sich einfach nur die neuesten technischen Dinge kaufen oder um die Welt reisen möchten? Weil auch sie sich dort angemeldet haben. So so. Hm. Ok, ich gönne es diesen Menschen. Aber mein Grundgedanke, und damit verbunden mein anfängliches Grundverständnis, war und ist, das jenen Menschen ein solches Grundeinkommen zugeführt wird die es tatsächlich brauchen, wie z.B.:

  • Menschen, die mehr als einen Job haben, sich abmühen und am Ende des Monats gerade so über die Runden kommen,
  • Menschen, die sich ihr gesamtes Leben abgerackert haben und nun im Rentenalter zusätzlich Hartz IV beantragen müssen, damit sie sprichwörtlich überleben können,
  • Menschen, die auf Grund von Krankheit, einer persönlichen Tragödie oder anderen Dingen durch das soziale Netz gefallen sind und dringend Hilfe benötigen,
  • Menschen, die eine andere Person liebevoll pflegen, aus diesem Grund nicht mehr selbständig arbeiten gehen können und ebenfalls am Existenzminimum leben.
Meiner Meinung nach gäbe es viele Beispiele für Menschen, bei denen ein Grundeinkommen nötiger wäre. Und nur nebenbei bemerkt, wenn wirklich jede Person ab dem ersten Lebensjahr ein Grundeinkommen erhalten können soll, wie soll dies finanziert werden? Solange wir in diesem kapitalistischen bzw. neoliberalistischen System leben sehe ich für ein solches Unterfangen, zumindest im Augenblick, keine Möglichkeit.
Der Leitgedanke eines monatlichen Grundeinkommen ist lobenswert. Doch mit diesen Geldern sollten zunächst die Schwächsten der Gesellschaft gestärkt und unterstützt werden. Dies ist meine persönliche Meinung und jede*r darf eine eigene haben und diese vertreten.
 

Grundeinkommen Ja oder Nein

Diese Frage beschäftigt ja seit einiger Zeit viele Menschen und das nicht nur hierzulande. Viele sind vehement dagegen, andere sind aktiv pro dafür und wieder anderen ist es entweder egal oder sie sind in einer Art „Warten wir’s mal ab“ Haltung.

Niemand weiß, ob sich die Idee mit dem bedingungslosen Grundeinkommen, bei der jeder Mensch eine feste Summe monatlich zur freien Verfügung erhält, ohne eine Gegenleistung dafür erbringen zu müssen, auf die lange Sicht durchsetzen kann. Ich persönlich finde den Gedanken dahinter einleuchtend und verständlich. Woher soll ein Arbeitnehmer die Motivation für seine Arbeit nehmen, wenn beispielsweise bei einer Vollzeitstelle der ausbezahlte Lohn die monatlichen Grundkosten wie Miete, Versicherung, Verkehrsmittel wie Auto, Bus oder Bahn sowie gesunde Lebensmittel nicht decken kann. Ganz zu schweigen von Kreditverbindlichkeiten, die vermutlich beinah jede Person in Deutschland hat.

Wie funktioniert Mein Grundeinkommen?

Per Crowdfunding wird monatlich Geld gesammelt, immer wenn 12.000 Euro zusammen gekommen sind, werden diese an eine Person verlost. Der oder die Gewinner*in darf sich dann über zusätzliche 1.000 Euro pro Monat freuen.

Die Frage, wie ein übergreifendes Grundeinkommen für alle realisiert werden kann soll an dieser Stelle nicht näher beleuchtet werden. Letztlich geht es zunächst darum, etwas neues zu probieren und in die Welt zu tragen. Dass die deutsche Arbeitswelt dringend eine „Verjüngungskur“ vertragen kann steht außer Frage, immer mehr Menschen in unserem Lande sind auf mehr als einen Job oder eine Hartz-4-Aufstockung angewiesen. Das kann es doch nicht wirklich sein. Also, mit Mut voran positive Veränderungen bewirken.

Und es geht noch weiter

Im März 2019 wird ein Pilotprojekt zum Bedingungslosen Grundeinkommen gestartet, getragen vom Mein Grundeinkommen e. V.  Für drei Jahre erhalten die Proband*innen pro Monat ein Grundeinkommen i. H. v. 1.200 Euro. Genau 100 Personen aus verschiedenen Einkommensgruppen werden an dieser repräsentativen Stichprobe teilnehmen. Mindestens zwei unabhängige Forschungsinstitute werden verhaltensökonomische, volkswirtschaftliche und psychologische Fragen beantworten.

Wird dieses Pilotprojekt helfen können, ein Umdenken in der Unternehmerwelt zu bewirken? Wird es helfen, das Selbstbewusstsein von Arbeitnehmenden zu stärken? Wie werden die Teilnehmer ihren Weg gestalten, mit zusätzlichen 1.200 Euro im Monat? Werden Sie verreisen, sich weiterbilden, mehr Zeit der Familie widmen?
Und wie wird sich der verminderte Stress auf die Gesundheit der Proband*innen auswirken? Kann es zu mehr innerem Frieden, einem größeren Glücksgefühl und mehr Wohlbefinden führen?

Du möchtest mehr erfahren? Dann schaue doch direkt auf der Website von Mein Grundeinkommen oder der Website für das Pilotprojekt 2019 vorbei. Vielleicht wirst ja auch du ein Crowdhörnchen.